Warum ein Schnäppchen schnell zum Albtraum wird.
Der Markt für Photovoltaik boomt und gleichzeitig häufen sich die Schlagzeilen über Insolvenzen großer Solaranbieter. Firmen wie Eigensonne, Wegatech, Bosswerk oder Sungrade sind bereits betroffen oder mussten ihren Geschäftsbetrieb zeitweise einstellen [1][2][3][5][7][8][9][10][11].
Immer mehr vermeintlich günstige Solarfirmen drängen auf den Markt, oft mit „Rundum-sorglos-Paketen“, die Photovoltaikanlage, Speicher, Wallbox oder sogar Wärmepumpe zum Schnäppchenpreis versprechen. Doch solche Angebote haben häufig erhebliche Schattenseiten.
Warum sind manche Angebote so extrem günstig und wo lauern die Risiken?
In diesem Beitrag erfährst Du: Welche Probleme Billiganbieter verursachen, welche realen Fälle es bereits gibt, wie Du Dich schützen kannst (inkl. Checkliste).
Warum extrem günstige Solarangebote problematisch sind.
Der Preisdruck durch Billigimporte
Viele Anbieter verwenden günstige Komponenten, häufig aus Niedrigpreisländern, wo Hersteller durch Dumpingpreise den Markt unter Druck setzen [6]. Das führt zwar zu attraktiven Paketpreisen, aber der Support ist unsicher, die Garantieabwicklung ist oft schwierig, Firmware-Updates werden nicht durchgeführt bzw. sind nicht erhältlich, Ersatzteile oder Reparaturen sind nicht garantiert.
Montage durch schlecht qualifizierte Subunternehmer
Um Kosten zu sparen, vergeben Billiganbieter Installationen oft an Sub- oder Sub-Subfirmen. Das führt zu unsachgemäßer Montage, fehlender Elektroabnahme, Brandgefahr durch fehlerhafte Anschlüsse, nicht funktionierenden Anlagen. Betroffene berichten regelmäßig, dass Arbeiten unvollständig, unsauber oder technisch fragwürdig ausgeführt wurden.
Der gefährlichste Punkt: Insolvenzen
Leider ist die Liste insolventer Solarunternehmen inzwischen sehr lang, Eigensonne Insolvenz Ende 2023, später erneute Insolvenz [1][2], Bosswerk: 2024 insolvent [3][4], bei Sungrade Photovoltaik ist der Geschäftsbetrieb nur zeitweise gesichert [7][8], Wegatech Insolvent 2024, Marke später verkauft [9][10][11]. Wenn Dein Anbieter plötzlich verschwindet ist die Gewährleistung wertlos, deine Anzahlung ist verloren, niemand will eine halb installierte Anlage übernehmen, Reparaturen oder Fertigstellungen werden extrem teuer.
Checkliste: So erkennst Du einen seriösen Solaranbieter
Unternehmensstabilität
Seit mindestens 5 Jahren am Markt? Handelsregistereintrag überprüfbar? Transparenter Firmensitz in Deutschland?
Fachpersonal
Eigener Elektromeister vorhanden? Eigenes Montageteam (keine Sub-Subinstallationen)? SHK-Meister für Wärmepumpen?
Komponentenqualität
Markenhersteller? Deutsche Garantieabwicklung möglich? Ersatzteile langfristig verfügbar?
Realistische Preise
Wenn ein Angebot 20–40 % unter dem lokalen Fachbetrieb liegt, solltest Du dringend nachhaken: Niemand kann eine hochwertige PV-Anlage, Speicher + Wallbox zum Dumpingpreis professionell planen und montieren.
Support & Erreichbarkeit
Hotline getestet? Reaktionszeiten prüfen! Google-Bewertungen genau lesen, nicht nur Sternezahl.
Vertrag prüfen
Klare Leistungsumfang / Auftragsumfang Beschreibung. Keine hohen Anzahlungen (max. 20–30 %). Zahlungsplan nach Projektfortschritt und transparente Garantien.
Fazit: Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition für Jahrzehnte.
Billiganbieter können mit Dumpingpreisen locken aber minderwertige Komponenten, schlecht ausgebildete Monteure, fehlender oder nicht erreichbarer Support, und die realistische Gefahr einer Insolvenz können ein vermeintliches Schnäppchen in ein sehr teures Problem verwandeln. Setze lieber auf Qualität, Erfahrung und Fachwissen. Das kostet mehr, spart aber am Ende Geld, Zeit und Nerven.
Quellen:
[1] Enkhardt, Sandra: „Eigensonne meldet Insolvenz an“, pv-magazine.de, 14.10.2023
[2] Hannen, Petra: „Eigensonne: Aus der Insolvenz in die Insolvenz“, pv-magazine.de, 21.05.2024.
[3] Enkhardt, Sandra: „Bosswerk insolvent“, pv-magazine.de, 02.08.2024
[4] Enkhardt, Sandra: „German PV and storage provider Bosswerk files for insolvency“, pv-magazine.com, 06.08.2024
[5] Energie-Chronik, Redaktion: „Hersteller von Solarmodulen sehen sich durch chinesisches Dumping…“, energie-chronik.de, 01.2024
[6] PLUTA Rechtsanwaltsgesellschaft: „PLUTA-Rechtsanwalt Zistler führt Geschäftsbetrieb von Sungrade fort“, pv-magazine.de, 26.10.2025
[7] Rani, Prudhvi: „German PV installer Sungrade Photovoltaik enters insolvency…“, solarbytes.info, 07.10.2025.
[8] Zistler, Florian: „PLUTA attorney Florian Zistler keeps solar energy system supplier Sungrade operational“, pluta.net, 06.10.2025.
[9] TES Legal: „Insolvenz der Wegatech Greenergy GmbH…“, teslegal.de, zuletzt abgerufen am 18.11.2025.
[10] Enkhardt, Sandra: „Heimwatt übernimmt Marke und Leadkanal von Wegatech“, pv-magazine.de, 14.02.2025.
[11] T-Online Redaktion: „Wärmepumpen- und Photovoltaik-Unternehmen Wegatech ist insolvent“, t-online.de, 24.10.2024.




