§ 9 Abs. 2 EEG – Nur 60 % Einspeiseleistung

Lohnt sich eine PV-Anlage überhaupt noch?

Die Energiewende nimmt an Schwung zu, und Photovoltaikanlagen sind für immer mehr Hausbesitzer ein fester Bestandteil des Alltags geworden. Und doch stellt sich immer wieder dieselbe, etwas beunruhigende Frage, die potenzielle Betreiber ins Grübeln bringt: „Wenn mir lediglich 60 % der Einspeiseleistung zugestanden werden, lohnt sich die Anschaffung einer PV‑Anlage überhaupt noch?“ Kurz gesagt: Ja, in den meisten Fällen lohnt sich eine Solaranlage dennoch! Warum das so ist und worauf du achten solltest, beleuchten wir hier im Detail.

Was genau steckt hinter der 60‑Prozent‑Regel?

Die Regelung soll verhindern, dass an sonnigen Tagen zu viel Strom gleichzeitig ins Netz eingespeist wird, was die Stabilität der Stromnetze gefährden könnte. Betroffen sind nur PV-Anlagen, die nach dem 24. Februar 2025 in Betrieb genommen wurden. Durch die 60-Prozent-Regelung soll die Installation von Steuerboxen und Smart Metern gefördert werden, da diese die Begrenzung aufheben. Die sogenannte 60 %‑Regelung besagt im Wesentlichen, dass eine Photovoltaikanlage am Netzanschlusspunkt nicht mehr als 60 % ihrer Nennleistung ins öffentliche Stromnetz einspeisen darf. Als Beispiel: Die maximale Leistung deiner PV‑Anlage liegt bei 10 kWp. Von dieser Quelle aus ist die Einspeisung auf höchstens 6 kW begrenzt. Die restliche Energie kannst du entweder selbst nutzen, in einem Zwischenspeicher zwischenlagern oder bei zu hohem Überschuss wird sie schlichtweg nicht erzeugt (abgeregelt). Einst war diese Regel (damals 70% Regel) für die meisten Anlagen verbindlich heute findet sie in Deutschland kaum noch Anwendung. Dennoch löst sie bei vielen Interessierten weiterhin Verunsicherung aus. Warum sich eine Photovoltaikanlage trotz aller Zweifel noch immer lohnt.

In der Gesamtschau erweist sich der Eigenverbrauch als der mit Abstand bedeutendste Faktor. Die Ära, in der PV‑Anlagen ausschließlich dank der Einspeisevergütung noch rentabel waren, ist vorbei. Heute liegt der bedeutendste wirtschaftliche Anreiz im Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die du selbst erzeugst und verbrauchst, spart dir aktuell etwa 30 – 40 Cent pro kWh, abhängig vom jeweiligen Strompreis. Ein anschauliches Rechenbeispiel: Eine 10 kWp‑Photovoltaikanlage liefert im Jahresdurchschnitt ungefähr 9.500 kWh Strom. Von der Gesamtmenge nutzt du selbst etwa 30 %–50 %, also rund 3.000 – 4.500 kWh. Bei einem Strompreis von 35 Cent kannst du jedes Jahr zwischen etwa 1 050 € und 1 575 € einsparen – das gilt ganz ungeachtet der eingespeisten Leistung.

Zahlreiche Menschen gehen davon aus, dass rund 40 % der Leistung verloren gehen – das ist nicht korrekt. Die Abregelung greift lediglich, wenn die Anlage an besonders klaren, sonnigen Tagen ihre maximale Leistung erreicht und das nur in kurzen Zeitfenstern. Forschungsergebnisse sowie Praxisberichte deuten darauf hin, dass der tatsächliche Ertragsverlust im Jahresdurchschnitt selten mehr als drei bis fünf Prozent beträgt. Ein anschauliches Beispiel: Statt der angestrebten 9.500 kWh liefert deine Anlage im Endeffekt lediglich rund 9.200 kWh. Ein solch kleiner Verlust ist im Vergleich zur gesamten Ersparnis praktisch irrelevant.

Mit dem Einsatz von Batteriespeichern lässt sich die Effizienz noch weiter steigern. Ein Stromspeicher vermag die überschüssige Energie zu fangen, sie für dich zwischenzuspeichern und dir so zu erlauben, den Eigenverbrauch sogar über die herkömmliche 60‑Prozent‑Grenze hinaus zu maximieren. Besonders in den Abendstunden oder nachts nutzt du dann deinen eigenen Solarstrom, anstatt teuren Netzstrom zu beziehen.

Langfristige Sicherheit und Wertzuwachs PV-Anlagen steigern nicht nur deine Unabhängigkeit vom Strommarkt, sondern lassen zugleich den Wert deiner Immobilie steigen. Gleichzeitig schützt du dich nachhaltig vor steigenden Strompreisen und trägst einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz bei.

Fazit: 60 % stellen kein Hindernis dar, sondern lassen sich mühelos umgehen.

Zunächst mag die 60‑Prozent‑Regel den Anschein eines Nachteils erwecken, doch im praktischen Einsatz ist ihr Einfluss praktisch vernachlässigbar. Die tatsächlich anfallenden Verluste bleiben gering, während der Nutzen bedingt durch Eigenverbrauch, Speicherstrategien und den rückläufigen Strompreisen nach wie vor beeindruckend hoch ausfällt. Wer heute in eine Photovoltaikanlage investiert, kann trotz (oder gerade wegen) der 60 %‑Einspeisegrenze nicht nur von einer attraktiven Rendite profitieren, sondern auch seine Unabhängigkeit stärken und gleichzeitig auf eine nachhaltige Energieversorgung setzen. Die Begrenzung entfällt automatisch, sobald ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) und eine Steuerbox in der Anlage installiert und erfolgreich vom Netzbetreiber getestet wurden.

Mein Tipp: Richte deine PV‑Anlage so aus, dass du den Eigenverbrauch maximierst, zum Beispiel durch clevere Verbraucher‑Steuerung, einen gut abgestimmten Speicher oder das Laden deines E‑Autos. Dann wird die Einspeisebegrenzung praktisch bedeutungslos.

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