Teil 2: Intelligentes Energiemanagement

Das HEMS – das Gehirn deines Hauses.

Stell dir vor, dein Haus hätte ein Gehirn, eines, das weiß, wann die Sonne scheint, wann Strom günstig ist, wann dein Auto laden sollte und wann es besser ist, Energie zu speichern, statt zu verbrauchen. Genau das ist ein HEMS – ein Home Energy Management System, ohne dieses Gehirn bleibt in vielen Häusern enormes Potenzial einfach liegen.

Warum ohne HEMS so viel Energie verschenkt wird

Photovoltaik auf dem Dach, ein Speicher im Keller, vielleicht schon ein E-Auto in der Garage und eine Wärmepumpe im Technikraum – auf dem Papier klingt das nach Energie-Autarkie.

In der Realität läuft aber oft alles nebeneinander statt miteinander: Die PV speist ein, obwohl der Speicher leer ist, das E-Auto lädt abends mit teurem Netzstrom, die Wärmepumpe läuft dann, wenn kaum Sonnenstrom da ist und der dynamische Stromtarife bleiben ungenutzt.

Das Ergebnis: Mehr Netzbezug als nötig, höhere Kosten und weniger Unabhängigkeit.

Ein HEMS sorgt dafür, dass aus vielen einzelnen Komponenten ein intelligentes Gesamtsystem wird.

Was ein HEMS eigentlich macht – und warum das so mächtig ist

Ein gutes HEMS ist kein „nice to have“, sondern der Dirigent deines Energiesystems. Es verknüpft Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Preise in Echtzeit.

Die typische Kernfunktionen sind:

PV-optimierter Eigenverbrauch

Das HEMS entscheidet, wohin Dein Solarstrom fließt: erst ins Haus, dann in den Speicher, dann ins E-Auto oder gezielt in Großverbraucher. So bleibt möglichst viel Energie bei dir – statt ins Netz zu wandern.

Stromkosten senken mit dynamischen Tarifen

Mit dynamischen Stromtarifen schwankt der Preis stündlich – manchmal sogar ins Negative. Ein intelligentes HEMS: lädt den Speicher bei günstigen Preisen, verschiebt Verbraucher automatisch und vermeidet teure Lastspitzen. Dein Haus reagiert auf den Markt – nicht umgekehrt.

Intelligente Steuerung von Großverbrauchern

Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage, Boiler:
Ein HEMS priorisiert, taktet und verschiebt Lasten so, dass sie energie- und kosteneffizient laufen – ohne Komfortverlust.

Transparenz & Überwachung

Die Energie wird sichtbar: Woher kommt sie? Wohin fließt sie? Wo entstehen Verluste? Diese Transparenz ist oft der erste Schritt zu echten Optimierungen.

Mehr Autarkie & Versorgungssicherheit

Durch bessere Nutzung von PV und Speicher steigt Dein Autarkiegrad deutlich.
Dein Haus wird weniger abhängig von: steigenden Strompreisen, Netzauslastung und politischen Rahmenbedingungen.

Offenes vs. geschlossenes HEMS – eine Entscheidung mit Folgen

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Ein geschlossene Systeme funktionieren oft nur mit einem Hersteller und hat oft eine begrenzte Erweiterbarkeit, neue Geräte = neues System? Es mag kurzfristig bequem sein, führt langfristig oft in eine Sackgasse.

Ein offene Systeme ist herstellerübergreifend, modular erweiterbar und integrieren neue Technologien per Software. Oft sind diese Systeme cloud- und KI-fähig. Gerade bei einem Energiesystem, das 20 Jahre und länger genutzt wird, ist Offenheit ein riesiger Vorteil.

Mein Tipp: Die Energiewende ist dynamisch – Dein HEMS sollte es auch sein.

14a EnWG: Zukunftssicherheit ist Pflicht

§ 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) regelt seit dem 1. Januar 2024 die netzdienliche Steuerung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (SteuVE) wie Wärmepumpen, private Wallboxen, Klimaanlagen und Stromspeichern über 4,2 kW.

Ein zukunftssicheres HEMS: kann mit Netzbetreibern kommunizieren, steuert Lasten intelligent statt brutal abzuregeln, sorgt dafür, dass du Regeln einhältst, ohne Komfort zu verlieren. Ohne ein intelligentes Energiemanagement kann das schnell zum Problem werden.

Lass uns ein Blick nach vorn wagen – wohin wird sich HEMS entwickeln

Es wird es richtig spannend, hier einige visionäre Themen, die bereits am Horizont auftauchen:

KI-gestützte Prognosen: Dein Haus weiß morgen schon, wie viel Sonne, Verbrauch und Preise zu erwarten sind.

Schwarmenergie: Häuser vernetzen sich lokal und tauschen Energie untereinander.

Vehicle-to-Home & Vehicle-to-Grid: Dein E-Auto wird zum mobilen Speicher.

Energie-Avatare: Digitale Zwillinge deines Hauses simulieren Optimierungen, bevor sie umgesetzt werden.

Autonome Energiesysteme: Häuser handeln Strom selbstständig an Börsen und Flexibilitätsmärkten.

Das HEMS wird dabei immer mehr vom Steuergerät zum strategischen Energiemanager entwickeln.

Fazit: Hardware ist wichtig – Intelligenz ist entscheidend

PV, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe sind die Muskeln Deines Hauses.
Das HEMS ist das Gehirn, ohne dieses Gehirn: bleibt Eigenverbrauchspotenzial ungenutzt, du zahlst mehr als nötig, verschenkst Autarkie und verbaust dir Zukunftsfähigkeit. Mit einem guten, offenen und intelligenten HEMS dagegen wird dein Haus: effizienter, günstiger, unabhängiger und ist bereit für das was kommt.

Mein Tipp: Achte bei der Auswahl nicht nur auf Hardware – sondern auf Intelligenz.

 

 

 

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